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Der Weg des Kriegers

Verfasst: Mo 7. Mär 2011, 22:53
von Vassius
" Die Welt ist voller Geschichten. Und von Zeit zu Zeit wollen sie erzählt werden."


Intervall I

Ein dunkler Nachthimmel lag über der Stadt und nur wenige Sterne waren zu sehen. Nebelschwaden zogen über das Wasser des Flusses und der fast schwarze Strom verschmolz mit dem stockdunklen Firmament zu einer Leinwand, die das Auge nur schwerlich durchdringen konnte. Selbst der sonst so helle Sand am Ufer war voll mit grauem Schlamm, so dass nur das Plätschern der wenigen, flachen Wellen einen Hinweis darauf gab, wo die Trennline zwischen Land und Wasser verlief.
Naton atmete tief ein. Die kühle Nachtluft tat ihm gut und er genoss für einen Augenblick das Gefühl der Stille um ihn herum. Er schloss die Augen nur für einige Sekunden um den Moment nicht zu verlieren.
Dann schlug er sie wieder auf und versuchte durch die Dunkelheit zu spähen um vielleicht das andere Ufer zu erblicken.
"Nun, was denkst du, Maddin ?" , fragte ihn sein Leutnant.
"Es ist viele Monate her, und dennoch konnten wir erst jetzt wieder zurück kehren. Und trotzdem ich die Inquistion und das Kommissariat verstehe, kann ich es ihnen denoch nicht nachsehen. Ohne Captain Mecklin und seine Ultramarines säßen wir wahrscheinlich immer noch da fest", antwortete Hauptmann Naton leicht verbittert.
"Und nun ? Was machen wir jetzt ? Den Dienst quittieren ? Oder was ?", wollte Leutnant Halius wissen.
Naton wandte sich vom Wasser ab und sah Leutnant Asimov sowie Leutnant Halius neben einem Baum stehen.
"Versteht mich nicht falsch. Nach all dem was uns wiederfahren ist, dachte ich man würde uns mit mehr Respekt behandeln. Ich hatte immer das Gefühl das wir alle auf der selben Seite stehen. Klar, es gab immer Differenzen, mal mit den Kommissaren, mal mit Inquisitioren, mal mit Space Marines. Aber letztlich ging es doch um das Imperium oder nicht ? Jetzt bin ich mir da nicht mehr so sicher. Versteht mich nicht falsch, ich bin immer noch ein treuer Diener des Imperators. Aber ich will sowas nicht noch mal erleben", erklärte Naton.
"Ich glaube das will keiner von uns, Maddin ", warf Asimov ein.
"Nach der Zasdurtia Mission hatte ich geglaubt, dieser Planet, diese Stadt wäre zu unwichtig um darum Krieg zu führen. Zu wertlos. Zumindest ruhig genug um nicht allzuviel Ärger zu haben. Aber niemand kann sich vor seinem Schicksal verstecken", sinnierte Naton langsam.
"Das hört sich schon wieder so an, als hättest du was vor. Sag nicht du hast schon wieder einen deiner verrückten Pläne ? " fragte Halius erwartungsvoll.
Naton sah aufmerksam in die Gesichter seiner Leutnants. Er sah ihnen in die Augen, aber er bemerkte keinen Zweifel, nur gespannte Erwartung. Dann erhob er erneut die Stimme:
"Ich will wissen was aus ihnen wurde. Ich habe alle Verlustberichte durchgesehen, aber es gab keine Hinweise, keine Spuren von ihnen. Ich will sichergehen das sie uns nicht noch einmal einen Strich durch die Rechnung machen können."
Die beiden Leutnants verzogen das Gesicht.
"Das ist nicht dein Ernst oder ? Diese Irren haben doch die halbe Stadt in Schutt und Asche gelegt, das ist doch wohl mehr als unwahrscheinlich, das jemand das überlebt hat !", entrüstete sich Halius.
Asimov atmete tief ein, sah erst zu Halius, dann wieder zu Naton.
"Er hat recht, Maddin. Ich denke sie sind tot, man hat wohl nur ihre Leichen noch nicht gefunden. Aber ich sehe du glaubst sie sind noch am Leben, habe ich recht ?"
Hauptmann Naton griff in eine Tasche und als seine Hand wieder hervor kam, hielt er einen metallischen Gegenstand darin.
"Das hier habe ich heute morgen zwischen einigen Trümmern im Osten der Stadt gefunden. Stellt euch meine Überraschung vor, als ich erkannte das es sich um das Bruchstück eines BioSignalgebers handelte. Ich weiß nicht wem er gehörte, aber soweit ich weiß hatten auf diesem Planeten nur 5 Personen einen solchen Marker. Dieses Bruchstück zeigt eindeutig Zeichen einer Bearbeitung mit Werkzeug. Jemand muss es Basti oder Mek vor kurzem entnommen haben, sonst hätte es schon längst nicht mehr in den Trümmern gelegen nach all den Monaten. Das heißt, sie könnten noch leben. Und solange ich keinen eindeutigen Beweis habe, das sie umgekommen sind, werde ich sie suchen. Genauso wie diesen abtrünnigen Techpriester, diesen Magos Tempyr. Ich will diese Ketzer und Verräter tot wissen. Ich erwarte nicht das ihr das versteht oder mir helft, aber ich muss es einfach tun. Sie dürfen nicht einfach so davon kommen."
Hauptmann Naton wandte sich wieder zum Fluss um und atmete tief ein. Die wabernden Nebelschwaden zogen noch immer über das Wasser und verliehen der ganzen Umgebung ein gespenstisches Aussehen.
"Du willst es zu Ende bringen, hm ?" , fragte Asimov während er zu Naton ans Ufer trat. Es war eine rhetorische Frage. "Dann werde ich dir helfen."
"Auch auf die Gefahr hin das ich es bereue, aber ich bin dabei", sagte Halius betont sarkastisch.



Intervall II
Schnee und Eis

Die Landefähre setzte sanft auf den betonierten Landplatz auf, während der aufgewirbelte Staub sich langsam wieder legte. Die Triebwerke wurden zurückgefahren und surrten leise bis sie endlich verstummten.
Hauptmann Naton blinzelte verstohlen zu der sich öffnenden Luke an der Seite der Fähre, obwohl er genau wusste, wer in dem Transporter saß.
Nach dem Sieg der Marines über die Chaos Kultisten und der Eindämmung der Xenos-Bedrohung wurden nach und nach frische imperiale Truppen auf den Planeten gebracht, um ihn endgültig zu befrieden. In den letzten Monaten waren einige Erfolge zu verzeichnen gewesen, aber es war noch genug zu tun. Gerüchte über die Kultisten hielten sich hartnäckig, aber während der Patrouillen durch die Stadtbezirke waren nie welche aufzufinden gewesen. Das Oberkommando vermutete, das die Kultisten sich in die Sümpfe östlich der Stadt zurück gezogen hatten, aber aufgrund der Bedingungen dort erwies sich die Aufklärung als äußerst schwierig, so dass eigens ein Kontingent Dschungelkämpfer angefordert worden war. Auch war völlig unklar ob es sich um Chaos Kultisten oder Symbionten Kultisten handelte, da diese Ketzer seit dem Eingreifen der Marines wie vom Erdboden verschwunden schienen.
Eine weitere Bedrohung ergab sich aus dem Xenos Befall durch die Orks. Niemand konnte mit Sicherheit sagen, wieviele Orks auf dem abgestürzten Brocken waren, geschweige denn wieviel Grünhäute die anschliessenden Angriffe der Imperialen überlebt hatten. Nur eines war sicher, mehr als genug von ihnen hatten überlebt und sich Richtung Westen durchgeschlagen. Ihre genaue Position war noch unbekannt, immer wieder gerieten Aufklärer in Hinterhalte oder wurden weitaus öfter durch eine schiere Überzahl niedergemacht. Nach dem Tod des führenden Waaaghbosses hatte sich die Horde außerdem in zwei Gruppen aufgespalten. Man wusste das ein gewisser Boss namens Grazakh Moschablitz einen Großteil der Orks anführte, während ein anderer, der nur der Rattenknochen hieß, sich mit einem Großteil der Mekboys und einer Menge Schrott von der Hauptgruppe abgesetzt hatte.
Die imperialen Truppen waren also an mehreren Fronten aktiv, aber es ging nur langsam voran. Zu langsam. So langsam das ein neuer General entsandt wurde, denn das Segmentumkommando wurde ungeduldig und wollte Erfolge sehen.
Nachdem die Luke sich geöffnet hatte, kam zuerst Bordpersonal zum Vorschein, dann Stabssoldaten, Adjudanten, Leibwächter und schlussendlich ein mit Orden behangener General.
Seine Uniform war makellos, er trug eine Pelzmütze und einen weiten mit Pelz verbrämten Umhang. Sein Gesicht spiegelte Entschlossenheit, aber auch Müdigkeit wieder.
Soweit Naton wußte war der General von einer Eiswelt, um genauer zu sein von einem Eismond gekommen. Seine Truppen wurden schon seit Tagen angelandet und lagerten in einem Sammellager ausserhalb der Stadt.
Die Kolonne von Bediensteten und Stabsoldaten wälzte sich an Naton und seiner Ehrenformation vorbei, der pflichtgemäß salutierte und keine Regung erkennen ließ.
Der General folgte mit seinen Leibwächtern und steuerte auf die wartenden Fahrzeuge zu, die alle in die Stadt bringen sollten, als er plötzlich vom Protokoll abwich und vor Naton trat.
"Ah, Hauptmann Naton. Gestatten sie, General Donatra. Ihr Ruf eilt ihnen vorraus. Wie ich hörte hatten sie einige Begegnungen mit der Inquisition. Schön zu sehen, dass sie sie ohne Schaden überstanden haben. Wenn sie hier fertig sind, erwarte ich sie in meinem Hauptquartier in den östlichen Stadtbezirken. Wir haben einiges zu besprechen."
"Wie sie wünschen, Herr General", antwortete Naton völlig unbeeindruckt und versuchte so teilnahmslos wie möglich auszusehen.


Hauptmann Martin Naton betrat den Kommandobunker, der vor einiger Zeit im östlichen Stadtsektor errichtet worden war. Er versuchte sich einen Überblick zu verschaffen als er das Innere zu Gesicht bekam, stellte aber schnell fest das dies ziemlich sinnlos war.
Das Kommandozentrum wimmelte nur so vor Aktivität, es ging zu wie in einem Bienenstock.
Überall waren Adjudanten und Stabsoldaten, die geschäftig Nachrichten aus allen Kampfzonen auswerteten oder weiterleiteten. An Kartentischen war man mit Planungen für Truppenverlegungen und Angriffsoperationen beschäftigt, während Holoprojektoren aktuelle Bilder von im Orbit befindlichen Aufklärungssateliten darstellten. An Wandkarten wurden die Standorte der verschiedenen Einheiten mit kleinen Fähnchen dargestellt und einige Meter daneben gaben Funker die zahllosen Befehle und Statusmeldungen weiter.
Im Zentrum des Ganzen befand sich General Donatra an einer taktische Konsole, die holographische Projektionen aus irgendeiner Kampfzone wiedergab. Um ihn herum standen einige hohe Offiziere, die anscheinend taktische und strategische Überlegungen anstellten. Einer der Anwesenden trug die Uniform der imperialen Flotte, während ein anderer Artillerieoffizier zu sein schien.
Kaum hatte Naton dies erkannt, war er auch schon bemerkt worden und der General winkte ihn zu sich heran.
Maddin setzte sich eiligst in Bewegung und salutierte vorschriftsmässig.
"Willkommen Hauptmann, willkommen. Ich habe sie schon erwartet. Wie sie sehen bin ich ein vielbeschäftigter Mann, daher wird unser heutiges Treffen eher kurz ausfallen. Ich habe mir auf dem Flug hierher ihr Dossier angesehen und bin daher über sie im Bilde. Die Orks stellen noch immer ein Problem dar, aber mittlerweile treiben wir sie zurück. Da die Orks sich in zwei vefeindete Fraktionen aufgespalten haben, werden wir uns zuerst um das größere Problem hierbei kümmern. Der unter dem Namen Grazakh Moschablitz bekannte Waaaghboss, wie er in der Sprache der Orks heißt, hat sich uns bis jetzt entziehen können. Seine Horden vereitelten bis jetzt immer wieder eine genau Aufklärung, aber vor einigen Stunden gelang es einem unserer Späher die derzeitige Basis ausfindig zu machen. Mehrere hundert Kilometer von hier, in Richtung Nordwesten liegen einige Berge, wo sich die Grünhäute vorläufig verschanzt haben. Leider wurde auch dieser Späher von den Orks erwischt, daher sind die Informationen recht spärlich. Aber es ist das Beste was wir haben. Die vordersten Fronteinheiten können diese Berge innerhalb eines Tages erreichen, allerdings haben sie beim Vormarsch auch ihren Frontoffizier verloren, daher werden sie diese Aufgabe übernehmen, Oberst Naton. Um es klar zu stellen, ich will den Kopf dieses Orks und sie werden ihn mir bringen. Wie sie das anstellen ist mir egal. Habe ich mich klar genug ausgedrückt ?"
"Zu Befehl Herr General !" Naton knallte zackig die Hacken zusammen.
"Gut, sehr gut. Die Truppen sind bereits über ihr Kommen informiert. Also machen sie sich schnellstmöglich auf den Weg. Sie können wegtreten, Soldat."
Naton salutierte erneut, dann wandte sich der General ab und Maddin eilte nach draußen.

Intervall III

Der Lastwagen holperte seit einer halben Stunde die Straße zum westlichen Stadtrand entlang. Dort erwartete ein Transportflieger die Ankunft von Oberst Naton und seinen engsten Vertrauten, Asimov und Halius.
"Er hat dich also zum Oberst gemacht, ja ? Das kommt überraschend", warf Asimov ein, während er wie beiläufig die Plane des LKW betrachtete.
"Ich war genauso wenig darauf vorbereitet wie du, Asmo. Aber vielleicht hilft uns das weiter, so könnten wir einfacher an Informationen kommen", entgegnete Naton.
"Also mir gefällt das Ganze nicht, Beförderung schön und gut, aber er schickt uns los Orks zu jagen. Und soweit ich die Lageberichte in Erinnerung habe, sind die ganz schön auf Krawall gebürstet", erklärte Halius provokant.
"Es sind nur Orks Robert, einfach nur verdammte Grünhäute. Kanonenfutter für unsere Geschütze. Mal ganz davon ab das man sie schon riecht bevor man sie sieht", konterte Naton ruhig.
"Achja, aber dieses Kanonenfutter hat den kommandierenden Offizier der Einheit erwischt, dessen Kommando du jetzt übernehmen musst. Tolles Kanonenfutter", stänkerte Halius zurück.
Abrupt kam der LKW zum stehen, während der Motor langsam im Leerlauf vor sich hin tuckerte.
Ein Soldat in staubiger Uniform trat an die Ladefläche, auf der die drei Offiziere Platz genommen hatten.
"Sir, wir sind da, die Walküre auch. Von einem Piloten scheint es keine Spur zu geben."
"Na irgendwo wird er ja wohl sein. Schauen wir uns mal um", antwortete Halius mürrisch.
Er stand auf, nahm seine Waffe, seine Ausrüstung und sprang von der Ladefläche. Wegen der Sonne musste er kurz blinzeln, dann sprangen die anderen auch vom LKW.
Sie standen auf einer freien Betonfläche, auf der ein paar verblichene Landemarkierungen zu sehen waren. Die Walküre stand am anderen Ende des Feldes, von einer Manschaft keine Spur. Ein paar baufällige Barracken kauerten sich in eine Mulde neben dem Landefeld und trockenes Gras wuchs zwischen den Hütten. Die Sonne stand mittlerweile tief am Himmel und Naton verspürte Hunger.
"Bist du dir sicher das wir hier richtig sind, Maddin ? Sieht eher nach dem Arsch der Welt aus", wollte Asimov wissen.
"Gehen wir erst mal zum Flieger..", brummte Naton kurz und marschierte los.
"Was denn, denkst du da hängt ein Zettel an der Windschutzscheibe, auf dem steht wo der Pilot ist oder was ?", meinte Halius sarkastisch, während er neben Martin herschritt.
Die drei Offiziere erreichten ohne Mühe den wartenden Flieger, liefen einmal um das Gefährt herum und blieben dann an der Laderampe stehen.
"Wenn Mek hier wäre, könnte der uns fliegen", schlug Asimov vor.
"Ja und ich würde nicht mitfliegen, nur falls du es vergessen hattest, der hatte zuviel Motoröl geschnuppert", sagte Halius mit ironischem Unterton.
"Und die Techpriester würden ihm den Arsch aufreissen...", bemerkte Naton nebenbei, während er sich an der Laderampe zu schaffen machte.
Dann gab es ein kurzes Zischen, ein kleiner Motor sprang an und die Rampe öffnete sich surrend.
Verwundert wurde der Oberst von seinen beiden Leutnants angestarrt.
"Tja scheint so als hätte Mek doch mehr gewusst als den Techpriestern lieb war", sagte Naton mit einem Schulterzucken und stieg die Laderampe ins Flugzeug hoch.
Das Innere wurde durch einige kalte Leuchtstoffröhren erleuchtet. Der Laderaum war leer, ein paar Zurrgurte lagen herum. Die Stahlwände waren grün lackiert und nur wenige Schrammen zierten den ebenso in grün gehaltenen Boden.
"Scheint keiner hier zu sein", stellte Asimov fest.
"Seht euch mal genauer um, ich steige hoch zur Pilotenkanzel", befahl Naton und marschierte dannn energisch nach vorne. Hastig erklom er die Stufen zum oberen Teil des Fliegers und fand sich in der Kanzel wieder. Das Interieur entsprach nicht ganz den imperialen Standards, anscheinend hatte der Pilot den Innenraum entsprechend seinem Geschmack umdekoriert.
Am auffälligsten war der mit einer Art Fell bezogene Pilotensessel. Ein paar Fangzähne hingen an einem der vielen Steuerkonsolen und an einer Seite klemmte ein mit seltsamen Runen verziertes Messer in einem Zwischenraum.
Naton sah sich kurz um, dann hatte er genug und kletterte wieder nach unten in den Laderaum.
"Na was gefunden ?", wollte Halius wissen.
Der Oberst zuckte nur mit den Schultern und stiefelte an den beiden Leutnants vorbei, die Laderampe hinunter. Er sah zum Stadtrand hinüber und entdeckte auf der Straße zum Flugfeld einen Tanklast-LKW, anscheinend war der hierher unterwegs.
Halius trat aus der Walküre heraus.
"Das gefällt mir nicht, Maddin. Hier ist Keiner zu sehen, nicht mal der Hauch eine Spur. Und der Typ der uns hergefahren hat, ist auch verschwunden."
"Vielleicht erhalten wir von dort unsere Antworten", brummte Naton und wies auf den schnell näherkommenden Transporter.
Wenige Minuten später hielt der schwere LKW neben dem Flieger. Die Tarnfarbe schien relativ neu zu sein und nur Straßenstaub beschmutzte das Fahrzeug.
Aus der Fahrerkabine sprang ein kräftiger Kerl durchschnittlicher Größe, der die Uniform der imperialen Luftwaffe trug.
Ein breites Grinsen zog sich über sein Gesicht, als er die drei Offiziere an der Laderampe der Walküre stehen sah.
"Ah die 3 Herren mit dem Faible für spezielle Missionen...", begann der Soldat.
"Soldat Managarm, ich muss sagen ich bin überrascht sie wieder zu sehen, erfreulich überrascht um genau zu sein", entgegnete Oberst Naton.
"Nam ! Und ich dachte schon sie hätten dich auf irgeneinen Hinterwälderler Planeten verbannt, nachdem uns die Inquisition einkassiert hatte", rief Halius laut.
"Ja, damit habe ich auch gerechnet, aber welcher Planet wäre noch weiter am Ende der Galaxis als dieser ?", konterte Nam ironisch.
"Womit die Weisheit der Inquisition erneut bewiesen wäre, was ?", gab Asimov aus dem Hintergrund von sich.
"Lassen wir diese Wortspiele und kommen wir zur Sache. Wir müssen an die vorderste Front, zu den Grünhäuten. Ich nehme an man hat dich damit betraut uns dorthin zu bringen, Nam. Wo liegt also das Problem ?", wollte Naton wissen.
"Treibstoff Herr Oberst, nur Treibstoff. Als ich hier ankam, war mein Tank fast leer, aber auf diesem Behelfsflugplatz gibt es kein Lager, wie sie sicher schon festgestellt haben. Also habe ich etwas requiriert. Fragen sie mich bloss nicht wie oder woher. Jedenfalls habe ich jetzt was, ich muss nur noch nachtanken", erklärte Nam und machte sich am LKW zu schaffen. Er zog einen Tankschlauch aus einer Halterung und zog sie hinter sich her.
"Achja, ich könnte hier durchaus Hilfe gebrauchen."
"Asmo, Robert, geht ihm mal zur Hand", befahl Naton. Dann sah er sich den Tanker genauer an. Schien ein imperiales Standard Modell zu sein, allerdings stellte sich bei genauerer Betrachtung heraus, dass die Farbe stellenweise noch ganz frisch war.
Naton umrundete den Wagen langsam und liess dabei seinen Blick über den Wagen wandern.
"Nam !" , schrie er plötzlich.
"Was denn ?", brüllte der gelassen zurück.
"Wie schnell können wir starten ?" schrie Naton lauthals.
"Wenn der Tank voll ist, geht das ganz schnell, warum ? Haben sie es so eilig Oberst ?", kam die Antwort.
"Alle sofort in den Flieger, Beeilung, wir müssen hier weg !", bellte Naton, während er zur Laderampe lief. "Macht schon, da ist eine Bombe !"
Nam rannte los, während Asimov und Halius den Tankschlauch aus der Walküre rissen, um dann ebenfalls zur Rampe zu laufen.
In einer Geschwindigkeit, die seiner Statur Lügen strafte, kletterte der Pilot ins Cockpit und liess die Triebwerke an. Stotterend sprangen die Motoren an und begannen sofort laut zu jaulen, als sie ohne Vorlauf auf volle Leistung gebracht wurden.
Die Laderampe schloss sich und heulend hob die Walküre ab.
Ein Explosionsknall ertönte und die Druckwelle erfasste den Flieger, der sofort in einer gefährliche Schräglage gedrückt wurde. Schrille Warnsirenen ertönten, während Naton, Asimov und Halius durch den Flieger geschleudert wurden.
"Verdammte Schei....", brüllte Halius, der verzweifelt nach einer Möglichkeit sich fest zuhalten suchte.

Verfasst: Mo 7. Mär 2011, 22:53
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